Ein geschichtsträchtiger Augenblick: rührig-königliche Sprachlosigkeit.

09. Dezember 2008

Da sitze ich inmitten von Gestalten, die allesamt aus diversen Reichen angereist waren, dem Hansepunk zu huldigen. In Hamburg, in der Makrele, in der Talstraße. Genau gegenüber des Guitar-Village, in dem heute noch der olle Violinenbass hängt, der einst in die Welt zog, um Pilzköpfe in die ganze Welt zu pflanzen. Ich als Abgesandte mittenmang. Wir trinken. Klar. Traditionen sind manchmal aufs Wesentliche zu reduzieren, wenn man in die Welt zieht und auf Gleichgesinnte trifft. Und wie wir so trinken, sitze ich an der Bar, umzingelt vom Partyhauptdarsteller und König des Abends wie ebenso von anderen wunderbar dunklen Gestalten. Da schaut mich ein Augenpaar an. Eines, da nicht zu uns gehört, aber wohlgewollten Zugang in das Kleinod erlangte. Die Maid schaut und ergreift alsbald die Initiative, während ich denke „Übe Demut und senke dein Vokalvolumen… sonst wird es wieder ein Mal peinlich, wie es scheint…“
Aber nein! Die Dame ist bester Gesinnung.
Ob sie mich etwas fragen dürfe. (Dabei trug ich doch zivil!) Sicher!
Ob ich nicht mit Nena… vor einem halben Jahr… in Berlin… Zitadelle…
Wus?
Äh.. ja.
Ich wart super! Echt!

blush

Sprachlos. Und das mir. Dann doch lieber laut und anstandslos. Aber ging gerade nicht.

Die Holde sprach mir als offizielle KatQ-Abgesandte für meine Mannen und mich Mut und Hoffnung zu, dass es nicht mehr lange dauern könne, bis unsere Töne die Welt vom Frieden überzeugt hätten, bedankte sich (sie sich?) und schritt zurück zu ihrem Begleiter.
Jene Herren, mit denen ich kurz zuvor noch sinnvoll Sinnloses durchkaute, schauten mich ebenso verdattert an, wie ich sie.
Danke, unbekannte Holde. Das tat sehr, sehr gut! Ein halbes Jahr später in der Fremde so ein warmes Gefühl im Bauch gehabt zu haben.
SO fühlt sich das also an. Schöööön.

Queenie

Mal was anderes, Freunde

08. Oktober 2008

Mal was anderes, Freunde. Warum kann man nie die bekommen, die man will? Nein, ich rede nicht von dem primär hormonell gesteuerten Herzensding. Obwohl, ist Musik das nicht für uns? Egal. So ist das jedenfalls mit den Prioritäten – jeder hat andere.

Und während KatQ immer stärker in die Einsamkeit geraten, die ein hohes Amt automatisch mit sich bringt, können und wollen andere, das was Leben so im Sonnenlicht mit sich bringt, nicht so stark einschränken.

So wie Al Ringo Webber. Er kann unsere Neurosen überlächeln. Wunderbar bissig kontern. Und er weiß, wie KatQ betrommelt werden müssen, weiß, was ein entstehendes Kleinod an Beat braucht. Aber wir haben ihn nur ein Mal die Woche und für Auftritte, wenn es terminlich irgendwie machbar ist. Und da tut er einiges für! Aber, wie die Herrscher so sind – sie wollen keine halben Reiche. Auf der anderen Seite wissen wir jedoch auch, wie es ist, GANZ auf unseren Doktor verzichten zu müssen und wie es ist, nach dem perfekten Ersatz zu suchen. Nun unterdrücken wir also den natureigenen Drang zur Beharrlichkeit und üben uns stattdessen in Bescheidenheit. Wir freuen uns, wenigstens etwas zu haben, statt nichts von alle dem.

Doch leider bleibt die Frage: Wir bleiben wir jederzeit musikalisch angriffsbereit?

Wir werden wohl wieder würfeln müssen, um die Antwort zu finden.

Oder ich putz die Kugel. Mach ich wohl Mal.

Queenie

Wenn der Rausch verrauscht ist.

08. September 2008

So sehr man sich freut, so schnell isses vorbei. Wie Weihnachten als Kind, oder Urlaub heutzutage und bei einigen Glücklichen unter uns der Orgasmus. Aber, immer voran und voraus, nicht stehen bleiben. Schließlich sind wir untertänigst dankbar, dass wir Al zumindest wieder ein Stück weit haben infizieren können, so dass er die nächste Zeit bei uns bleibt. Bis eine bessere Lösung in Sachen „uneingeschränkte absolute Verfügbarkeit“ gebacken wurde.

Wisst ihr, was wir bis dahin machen? Weiter. So! Immerhin lauten wir ein Mal wöchentlich den Keller voll. Und sehen in der restlichen Regierungszeit zu, dass wir alsbald soviel Material zusammen haben, dass all jene, die uns schon auf dem unglaublichen Zitadellen-Erlebnis auf einen Tonträger-to-Go angehauen haben, alsbald damit beglückt werden können.

Rausch, Rausch, Rausch – du mein königlicher Rausch…

Seufzend ziehe ich des Weges. Ab ins dunkle Reich!

Zitadelle! Attacke!

10. August 2008

08.08.08- 19.55 Uhr war alles vorbei. Peng. 25 Minuten Mathetest erscheinen einem wie eine halbe Unendlichkeit – manchmal sogar doppelt – und dann sind sie wieder ein Fingerschnipp. Relativitätstheorie? Egal.

13.40 war die Band vollzählig. Nebst Caro mit T-Shirts und der Königinmutter, die die Kutsche steuerte und nervöser war, als alle anderen zusammen. Als Beruhigungsmittel bekam sie ein T-Shirt, das erste sogar. Auch Tine im Raum, die sich mittlerweile zu einer Art Bandmaskottchen mausert, weil sie kräftig mit anpacken mag. Auch bei ihr mehr Nervosität als beim Rest. Freude pur. Endlich. Heute. Drei Wochen straffes Üben nach Feierabend, in denen Doktor-Alexander-Krishna-Hans-Peter-Christian-Gustav-und-was-noch-immer-Weber mal wieder über sich hinaus wuchs und uns mit seinem trockenen Humor das dunkle Königreich erheiterte.

Bis zur Zitadelle ging es ungefähr so weiter wie LKW-abholen-von-gegenüber-und-dabei-dreimal-hin-und-herlaufen-Caro-fährt-tanken-und-zieht-trotz-Vorwarnung-goldenes-Unikatshirt-an-verliert-portemonnaie-das-aber-zuhause-liegt-LKW-einladen-losfahren-reinfahren-bis-vor-die-Tür.

Da waren wir. Garderobe, Catering, Location selber: Sehr fein. Bühne? Hui. Ja, gut, war mit zu rechnen, sieht aber trotzdem “in echt” geil aus. Die Gastgeberin hört man bereits im Soundcheck. Die Zitadelle sollte heute also Teil des Königreiches werden, friedlich-laute Annektierung quasi. Ja, nun gut! Und dann auf dem Weg zum Aufbau und Soundcheck kommt dann die Regentin des Abends. Mit ihrer Schwester, die wie bei Hofe üblich im Hintergrund die Fäden zieht. Erfrischend. Ich ersuche hiermit offiziell nach schriftlicher Festlegung, in 25 Jahren immer noch so begeisterungsfähig und frisch zu bleiben. (abgehakt). Wie bei Hofe ziehmlich, standen die Könige in gebührendem Abstand und zeigten mimisch ihr Gefallen an der Gesamtsituation. Auf der Bühne Profis. Kabel hier, Monitor dort, Mikro hier, Amp dort. Der beste Trommler war kurz verdutzt, als die Stimme des Technikers weiblich war, aber ab ging es mit dem Soundcheck. Trommeln durch, Bass und Alex. Dann “die zweite Gitarre bitte”. Das war ich. Lacher. Aber gut, nachdem die männliche Elite im Raum mich zweiköpfig verwundert anflirtete, war die Situation dazu verdammt, so zu enden. Ich bediene sie, ich spiel sie nicht; Open Tunes sei Dank. Dann nach ein paar schrammeligen Downstrokes wundert sich die zweite Gitarre über die Stimme, die sie klar und deutlich über den Monitor hört. Klasse, also immer noch keinen Grund, Hummeln im Magen zu füttern. Die schlafen.

Alles läuft wunderbar entspannt, so dass man ganz gemächlich zum Damenklo schlendern kann und flugs beschließt, künftig pinkelnde Prinzen zu erschrecken. Wie durch wunderbare Fügung gelangt ein Spiegel in die Garderobe, so dass die Montur ganz fix sitzt und da lupft sich Nena durch den Vorhang und wünscht strahlend alles Gute. Backyard20 spielen dann noch fünf Minuten, als wir uns gurtgezurrt backstage einfinden. Da wachen die Hummeln auf. Was solls? Wolltest es ja nicht anders. Ein Zauberspruch. Dann stehen wir da. Mit dem Schild einer Gibson gewappnet grüßt es sich sicher und erfreut. Gegen ein Doppelkinn habe ich meinen Kaugummi (wegen zahlreicher Nachfragen: Der hält den Mund eine gute Zeit “untrocken”) und für rosige Wangen grinse ich im Kreis. Al (ja, der!) spielt an, Alex spielt auf und dann auch schon die “zweite Gitarre”. Pepe und “Berlin” ist soweit fertig zum Servieren.

Leute, wenn es sich lohnt, in den tiefen Kellern der Musik zu ringen und weinen, dann für das! Catharina, No Clue, We’re Not In Love und You. Finale mit brachial-Sound mit dem bandinternen Lacher des Abends.

19.55 war alles vorbei. Peng. 25 Minuten Mathetest erscheinen einem wie eine halbe Unendlichkeit – manchmal sogar doppelt – und dann sind sie wieder ein Fingerschnipp. Die Gastgeberin steht schon dort und hüpft sich bemerkenswert leicht warm. In ihrem Reich scheint ein milderes Klima zu herrschen ;o)…

Wir grinsen immer noch. Positive Gemütsbekundungen, physisch und psychisch. Zigarette! Puah!

Wir tänzeln auf der Stelle. Sacken lassen. Unser Hab und Gut steht backstage auf Warteschleife. Wir stellen uns dazwischen und schnuppern noch etwas Bühnenluft, während hinter dem Vorhang vor uns Nena mit Band volle Pulle Gas geben.

22.00 Pünktlich tritt Ruhe ein. So will es das Volk. Sagt jedenfalls dessen Senat, und verhängt satte 50.000 Euronen Lärmvergeltung bei Nichtachtung. Die Zitadelle leert sich und der Rückbau beginnt. Tetris rückwärts. Als mein Mund lautlos die Worte “Bier” formt, löst Zauberfee Larissa das Fragezeichen in meinem Gesicht auf und schickt mich in die heiligen Hallen des anderen Backstageflügels. Dass wir wirklich Willkommen sind, zeigt prompt die Gastgeberin des Abends, während mir Al ein Biobier reicht. Uns wird gratuliert. Wow. Na, dann will ich schweigen und ausnahmsweise nicht widersprechen. Ein Gast respektiert die Hoheit einer generösen Gastgeberin. Und genießt. Ausgelassen wird parliert, warum Spandau bei Berlin liegt, obwohl es städterechtlich dazu gehört, über Heim- und Fernweh, das köstliche Buffet ignoriert, weil immer noch nichts reinpasst, um die Hummeln verdient ruhen zu lassen, über die Irrungen und Wirrungen von Dämm-Matten und sich schließende Kreise philosophiert und mit weisen Ladies über Kinder und ihre Träume geplaudert. Außenministerqaulitäten auf der einen Seite und rohe, männliche Kraft auf der anderen. Doch auch die Könige treffen dann doch noch ein, nachdem der königliche Schatz gesichert ist. Caro mit zig Vorbestellungen für ein schwarzes Shirt mit Goldschrift statt der grünen Modelle für Edelfrauen (harharhar), Tine und Susi runden die Gesellschaft ab. Alles fein. Immer noch. Und dann doch bald vorbei. Al verlässt uns und bald auch der 8.8.08. Morgen wartet der hormonelle Nullpunkt nach den letzten, wunderbaren 3 Wochen. Aber noch haben wir den Weg mit Pepes Stadt-Panzer und der geliehenen, fahrbaren Schatztruhe. Noch weitere 60 Minuten.

Dann ist der Countdown vorbei. Das Zepter wird gebettet und die Häupter werden gesenkt. Augen geschlossen und geträumt. Vom nächsten Empfang. Wann und wo auch immer dieser sein mag. Wir sind bereit. Das gilt ab jetzt als bewiesen.

Den wunderschönen Abend haben möglich gemacht:

Al, Caro, Tine, Manuel, Aaron, Astrid und Margot, Danny, Stefan und die gutlaunigen alten Hasen vor und hinter der Bühne, Ulrike, Larissa, Nane und Nena. Danke.

Queenie

Brust raus, Bauch rein!

06. Juli 2008

Berlin – Ich bin eine lausige Königin! Was ist an mir royal??? Oh Gram… Da stehe ich, breitbeinig trotz nach unten geöffnetem Beinkleid auf dem Männerklo der Columbiahalle und halte meine Kippe wie eine Hafennutte ihre Pausenfluppe zwischen zwei Nummern. Hinter mir drei Kerle wie die Orgelflöten und pinkeln. Und warum? Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht. Ich kann euch nicht sagen, warum Danny spontan auf dieses Fotomotiv kam, als er uns vor einigen Wochen zum ersten Mal im dunklen Schlund der königlichen Ergüsse besuchte… Das, was dann dabei raus kam, erwarten auch wir mit arger Neugier. Bis dahin: TOI, TOI, TOI bei der Abschlussarbeit, Danny!

Zu sehen sind immerhin schon die wunderbaren Resultate von Heikos Unterfangen, die olle Truppe mal durch Berlins unterkühlte neue Mitte zu jagen. Schon ein recht wohliges Gefühl, für Verkehrsstaus zu sorgen. Da fühlen sich eure Hohheiten doch schon passender umgesetzt… oder so ähnlich. Jedenfalls sind wir stolz wie Bolle auf die Ergebnisse, die auf unsere MeinRaum-Seite zu bewundern sind. HEIKO – DU BIST EIN GANZ GROSSER! Danke.

Ach so, ja! Bald gibt es uns auch endlich in 3D. Also live. Anfang August, bald mehr dazu an dieser Stelle. Bis dahin werde ich mich nur noch mit einem Buch auf der Schädeldecke durch die Schlossgemächer bewegen und Photoshop üben. Oder ist jemand von euch versiert in Portraitmalerei…?

Queenie