Reloading, Part 2

24. Juli 2009

So. Jetzt haben wir Tom. Wieder. Ja, wir sind ein innerlich zerrissener Emotionalhaufen ohne Konsequenz. Nein, sind wir nicht. Schon zum Nena-Auftritt mussten wir aufgrund plötzlich fehlendem Trommler in uns gehen und über schnelle kompetente Hilfe nachdenken. Seitdem haben wir Al wieder. Mit dem wir ja schon eine Reihe an Livererfahrungen zurückschauen konnten. Nun haben wir auch Tom erfolgreich re-aktivieren können. Und nun laden wir ihn auch wieder auf. Mit all dem Liedgut, das seitdem entstanden ist. Macht Spaß. Klingt wieder anders. Ist laut. Wir sind glücklich. Al und Tom. Beide wieder dabei.

Was haben wir es gut.

In der Ferne doch daheim.

28. Juni 2009

Jahaaa, Hamburg mag uns. Also, der, der das sagte, meinte sogar „hat euch lieb“. Aber davon ausgehend, dass sich dies auf eine ganz intime, aber umso herzlichere kleine Gruppe rund um unser Kiez-Sofa Makrele bezieht, mag ich hier ungewohnt bescheiden etwas untertreiben.
Wir also wieder in Hamburg, Reeperbahn – genauer gesagt: auf dem Spielbudenplatz.
Am Dienstag noch tatkräftige Unterstützung unseren Freunden des stinkenden Fischs in Form von sinnlosem Gelaber und Stuhllackiereien angedeihen lassen, springt uns ein Auftritt nur so ins Gesicht. Am folgenden Freitag anlässlich der Harley-Days. Auf eben genanntem Spielbudenplatz. Zugesagt, oder wie man da so meint „Nich lang schnacken…“. Und, was Rock’n’Roll begann, sollte auch so bleiben. Mit Sack und Pack und zwei Autos auf und davon, von Big B wieder „zurück“ nach Hamburg. Kutsche Nr. 1 mit King Alex, Bandgoldstück Tine und meinereine an Board kann in letzter Sekunde die Autobahntragödie in Form eines ungeplanten Zusammentreffens mit einem VW-Bus mit dem Aufkleber „Chorsingen macht Freude!“ verhindernd, treffen wir im Namen des lauten Tonguts wohl behalten in der Makrele ein. Nur eine dreiviertel Stunde später kommt Vehikel Nr. 2 mit King Pepe und dem unglaublichen Al Ringo Webber an. Wohl wissend, dass uns heute ein wohl geerdeter Gig erwartet, hebe ich mich in mentale Höhen mit Waldmeister-Sekt deluxe. Noch eine edle Flasche Kicherwasser geschnappt geht es auch schon los. RÖMPTÖMtömtömtömtömmmmmmmmm, dicke Karren mit dicken Männern. Hier und da. Und überall. Höfliche Herren, die ob meines Gepäcks eine Gasse formen und mich ungehindert passieren lassen. „Ey Rock and Roll!!!“ Logisch, Jungs. Deshalb sind wir hier.
Die Bühne ist keine. Klein, bescheiden. So setzen wir Al auf diesen Thron, der uns alle zu tragen, nicht in der Lage gewesen wäre. Die klampfenden Herren zu meinen Flanken, und nach einem kurzen Soundcheck-Versuch geht es los.
Ich hör mich nicht. Auch egal. HÖRT IHR MICH? Ja. Gut. Noch ein tiefer Schluck aus der Brauseflasche, gepflegtes Bäuerchen und ab durch die Mitte.
Ramona. Sie trug zwar weder Fensterpony noch enge, zerschundene Jeans, aber sie rasselte wie ein alter Hund der Frontsäue! Und Harald? Harald tanzte mich umarmend auch einfach mit. Basic, wie man heute wohl so sagt. Das alles war sehr, sehr nah am Volke. Wie schön! Weder die sich direkt hinter uns befindlichen Pissoirs noch das immer wieder kehrende RÖMPTÖMtömtömtömtömmmmmmmmm konnten uns von unserer Mission abhalten, ein Mal mehr Hamburg zu rocken.
Wie es weiterging? Wie immer, bis in die Morgenstunden. Ich gab mir noch ein paar gefühlte Liter Brause und irgendwann gingen wir nach Hause. Unserem zweiten.
Hamburg? We’ll be back!

Schräge Fanfare macht “Tataaaaaahhhhhhh!”

03. Mai 2009

Es ist vollbracht.
Ein Staatsbesuch der ganz besonderen Art.
Für die Völkerverständigung und im Namen der Liebe in Klängen zogen wir auf die Bühne des kukuun – ein Kleinod des friedlichen Miteinanders inmitten des musischen Kiezes. Abgesandte aus allen Ecken des Rock, ihres Zeichens Könner des Feierns elitären Ausmaßes, bereiteten uns einen wunderbaren Abend inmitten alter und neuer Freunde.
Wir lieben das!
Und danken dafür!
Das Ergebnis der Alchemie hinter Stein und Stahl wurde den geneigten Ohren nach Verköstigung endlich allen zugänglich gemacht, so dass wir stolzgeschwellter Brust verkündigen dürfen: Es ist vollbracht! Die CD ist durch! Wunderbar.
Zu erstehen nur hier oder live. Wo auch immer wir demnächst empfangen werden!

Eure Queenie

Zickezacke Hühnekacke – alles auf Anfang!

18. April 2009

Verdammt. Die Uhr tickt, dat jibt heißet Jummi unter de Sohle!

Da will man Architekt sein und muss doch den Mörtel anrühren. Mischmasch, Mastern, Kostencheck für Eilherstellung, Buttons, Juwelenorganisation, Shirts, Rider, Fantätscheln, HURZ!

Just in Time-Productions hoffen immer noch, termingerecht zum 1.5. die CD ins Rennen werfen zu können. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Da sind die 14 Songs fast heißnadelgestrickt, da klingelt das tragbare Fernsprechgerät. In den Raum soll sie kommen, die gnä’ Frau. Zu Befehl, die Herren Kollegen!
“Jetzt liegt es bei dir”. Ah ja, der angedeutete Halbkreis aus 2 Kerlen schmunzelt mich pseudoernster Miene an. Ein neues CD Design. Kurz vor 12. Aha? Nun ja, warum es sich leicht machen, wenn’s auch so geht. Dann halte ich das Ding in der Hand: “No way! Never!”. Stehe ja gern da oben und ganz vorne, aber bei aller Bereitschaft, sich im Namen der Truppe zum Oberlöffel zu machen, alles hat bekanntlich leichte Schames-Grenzen. Da vorn drauf schreit mich ein Motiv an, das NIE für die Öffentlichkeit gedacht war. Nur für den internen Berufs-Bedarf des geneigten Fotografen!
Taktisch klug von hinten durch die kalte Küche kommen Verkaufsargumente erster Güte. Ich bekomme eine neue Sichtweise, was Kerle für sexy halten und starre dabei immer noch eher fassungslos aufs Cover.

Ich frage mich still, ob eine Alice Schwartzer mir in einer fiktiven Talkshow neben Feldbusch sitzend vor Respekt die Luft ab-umärmelt oder mich als neue Schande der Frauenwelt schimpft.

Und wisst ihr was? Was solls!? Drauf geschissen. Rock and Roll oder was?
Zum Teufel mit der Weiblichkeit und ihren Klischees! Courtney, du viel gehasste Schlampe, zieh dich WARM an!

Das Einzige, das bleibt, sind die Kommentare meiner ersten Hausfrauentests am geneigten Zielpublikum elitärer Ansprache: Authentisch. Na dann: Mahlzeit!

So. Just in Time-Productions rufen mich in den Keller.
Da isses wenigstens dunkel…

Gehabt euch wohl, ihr Schönen dieser Welt!

Bis zum 1.5. Mai in voller Pracht und mit ganzer Wucht!

Queenie

Blutrausch für das Volk

03. März 2009

Wenn man sich die zahlreichen Biographien der Großen durchließt, hat man nur eine geringe Vorstellung davon, warum Bandmitglieder untereinander fähig sein können, sich das anzutun, von dem all’ die Mythen leben.
Man muss dabei sein.
Auch, wenn man lieber ganz woanders wär.
Inneres „Ohhhmmmm“ ist angesagt. Also partiell.
Songs sind ausgewählt.

Unsere Schautafel zeigt Lücken und Mängel in der Auflistung „done/to do“. Preise sind eingeholt und mit den minimal-möglichen Timelines abgestimmt.
Wir breiten Fotos aus dem Stammbaumbestand auf den Perserteppich aus, um dem Gesamtwerk das optimale Gesicht zu verleihen, und sortieren hin und her. Und hin. Und her.
Drei Häupter, drei Meinungen.
Die Luft vibriert.

Während King Pepe und ich zumindest noch andere Räume sehen, bevor wir mit fliehenden Mähnen nach broterträglichen Tagewerk in den Keller reiten, mimt King Alex den Hofmagier im Dunklen – da er mit Ausnahme von Schlafpausen gar nichts anderes mehr macht als:

Aufnehmen, Mischen, Abstimmen.

Ich mime die oberste Staatsgewalt des Zornes, indem ich auf den 1. Mai beharre, der noch nicht ein Mal offiziell bestätigt ist. Meinungen, Diskussionen, Gezicke. Mal geht der eine an die Frischluft, bevor Amps fliegen, Mal der andere.
Und da Kritik und Eitelkeiten so sehr zusammen passen wie die Hölle zu ‚nem ordentlichen Eisbuffet mit Sahne, kommen jene Momente schneller zustande, als man sich zum beruhigenden „Ohhmmmmm“die Fußsohlen unter den Allerwertesten friemeln kann.
Eines ist klar: Wenn wir die Liebe und den Frieden mit den Tönen in die Welt tragen wollen, müssen wir die schlechten Seiten unserer Menschennatur gleich für die ganze Welt auf unseren Schultern tragen. Zu dritt für alle.
Schließlich zählt das Resultat.
Die dreckigen Details entnehmt ihr dann unserer Biographie. Is’ klar.
Aber erst mal das Debut fertig stellen.
Ich muss jetzt wieder da hin…
Wünscht mir Kraft und Gleichmut!

Queenie